{"id":52,"date":"2011-04-28T14:00:57","date_gmt":"2011-04-28T14:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=52"},"modified":"2011-04-28T14:00:57","modified_gmt":"2011-04-28T14:00:57","slug":"bergbau-nach-1945","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=52","title":{"rendered":"Bergbau nach 1945"},"content":{"rendered":"<div>\n<h1>DER KOHLENBERGBAU NACH 1945 im Falkenauer Revier!<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Der Beginn der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts wird auch f\u00fcr den Falkenauer Raum durch die umw\u00e4lzenden Ver\u00e4nderungen als Folgen des verlorenen Zweiten Weltkrieges markiert. Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungs- ose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. In Falkenau selbst waren die Amerikaner einmarschiert, bei Huth\u00e4user, n\u00f6rdlich der Stadt, hatten die Russen einen Schlagbaum errichtet, und die Tschechen \u00fcbernahmen nun die Macht. F\u00fcr die Falkenauer begann die Vertreibung aus ihrer Heimat.<\/p>\n<p>Auch im Kohlenbergbau brachte die neue politische Situation gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen: Durch die Verstaatlichung kam es zu einem Zusammenschlu\u00df des zersplitterten Grubenbesitzes und zur Bildung eines einheitlich geleiteten Reviers. F\u00fcr die verstaatlichten Bergbaugesellschaften bestellte man Nationalverwalter. Bis Mitte 1946 wurden alle Betriebe zu den \u00bbFalkenauer Braunkohlenwerken\u00ab (FHD) zusammengeschlossen. Anfangs wurde der Bergbau in der bisherigen Weise weiterbetrieben.<\/p>\n<p>Die Jahresf\u00f6rderung im Revier hatte 1943 mit 5606000 Tonnen ihren h\u00f6chsten Stand erreicht und war 1945 auf 3340000 Tonnen abgefallen. Noch herrschte im Revier der Tiefbau vor: 1946 gab es noch 25 Tiefbaugruben, au\u00dferdem acht kleinere und mittlere Tagebaue. 54 Prozent der F\u00f6rderung stammt aus den Tiefbaugruben, 46 Prozent aus den Tagebauen. Bei der Aussiedlung der Deutschen wurden Bergleute in besonderem Ma\u00dfe zur\u00fcckbehalten, vor allem Grubenarbeiter, Steiger, Markscheider etc.; nur wenige verblieben in gehobenen Stellungen. Aus dem Landesinneren und als Reemigranten str\u00f6mten neue Arbeitskr\u00e4fte ins Revier. Zusammen mit den zur\u00fcckbehaltenen deutschen Arbeitern stieg die F\u00f6rderziffer wieder an: Im Jahre 1946 betrug die Gesamtf\u00f6rderung 4702000 Tonnen und 1947 dann 5068000 Tonnen.<\/p>\n<p>Der Bergbau konzentrierte sich jetzt auf die Ausbeutung der Kohle aus dem j\u00fcngsten und obersten Fl\u00f6z, dem Antonifl\u00f6z, in Gro\u00dftagebauen. Demgegen\u00fcber verschwindet der Tiefbau in den folgenden Jahren fast vollkommen. Die geringe Bergbaut\u00e4tigkeit auf Reste der Kohle aus den unteren Fl\u00f6zen wird ebenfalls eingestellt.<\/p>\n<p>Die Kohle aus dem Antonifl\u00f6z hat einen hohen Wassergehalt von fast 40 Prozent und zwingt zu einer Nutzung an Ort und Stelle.<\/p>\n<p>Es entstehen im Revier als neue Organisationsform zwei Braunkohlenkombinate:<\/p>\n<p>Das \u00bb1. <em>Kombinat\u00ab (Tisovd\/Theussau): <\/em>Es wurde an der Stelle der fr\u00fcheren Ortschaft Theussau bei Falkenau errichtet. Das Kombinat umfa\u00dft eine Zentralsortierung mit einer Kapazit\u00e4t von etwa sieben Millionen Tonnen Kohle im Jahr und ein angeschlossenes Gro\u00dfkraftwerk von 512 Megawatt Leistung sowie eine Brikettfabrik mit einer Jahresleistung von 550000 Tonnen.<\/p>\n<p>Das 2. <em>Kombinat\u00ab (Vresov\u00e1\/Doglasgr\u00fcn): <\/em>Dieses Kombinat wurde \u00f6stlich von Falkenau an der Stelle der fr\u00fcheren Ortschaft Doglasgr\u00fcn errichtet, es wurde haupts\u00e4chlich f\u00fcr Druckvergasung der Kohle und f\u00fcr Briketterzeugung geplant.<\/p>\n<p>Die Grenze zwischen beiden Kombinaten ist die Lanzer Stra\u00dfe von Falkenau nach Norden gegen Lanz.<\/p>\n<p>An das \u00bb1. Kombinat Tisova\u00ab, westlich von Falkenau, sind die Gro\u00dftagebaue \u00bbSilvester\u00ab, \u201eMedardi\u201c und die Tagebaue \u201eGustav\u201c und \u201eLiebig\u201c angeschlossen. Letztere beide sind unter dem Namen \u00bbNationalunternehmen Dukla\u00ab in einer Betriebsdirektion zusammengefa\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das \u00bb2. Kombinat Vresov\u00e1\u00ab erh\u00e4lt seine Kohle . aus dem Gro\u00dftagebau \u00bbGeorg\u00ab (Jiri).<\/p>\n<p>Die Gro\u00dftagebaue haben die Landschaft um Falkenau vollkommen ver\u00e4ndert und umgestaltet. Die Ortschaften Haselbach, das alte Haberspirk, Maierh\u00f6fen, Buckwa, Dorf Lauterbach und Theussau sind g\u00e4nzlich verschwunden. Mit der Errichtung des Gro\u00dftagebaues \u00bbGeorg\u00ab wurden Orte wie Huth\u00e4user, Littmitz, Albernhof und andere beseitigt oder abgetragen, wie zum Beispiel Doglasgr\u00fcn, zum Teil auch Braunsdorf und Stelzengr\u00fcn.<\/p>\n<p>Am 25. Februar 1948 \u00fcbernahm die Kommunistische Partei die F\u00fchrung des Staates. Auf den Betrieben wurden Arbeitsdirektoren eingesetzt, und planwirtschaftliche Formen nach sowjetischem Muster erlangten bald immer mehr Geltung. Der Bergbau im Falkenauer Raum wurde von \u201eFalknovske hnedouheln\u00e9 doly\u201c (FHD) in \u201eHnedoulheln\u00e9 doly a briket\u00e1rny Sokolov\u201c.(HDBS) abge\u00e4ndert, das hei\u00dft \u00bbBraunkohlenwerke und Brikettfabriken Falkenau\u00ab.<\/p>\n<p>Im Jahre 1953, am Ende des ersten F\u00fcnfjahresplanes, war die Gesamtrevierf\u00f6rderung auf 7902856 Tonnen gestiegen. Um eine weitere Steigerung der Kohlenf\u00f6rderung zu erreichen, wurde nach sowjetischem Vorbild eine gesamtstaatliche Organisation, die \u00bbStaatsanstalt zur Projektierung und Errichtung von Kohlenwerken\u00ab, kurz \u00bbMontanprojekt\u00ab genannt, gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die nachstehende Tabelle nach Stiefl (1973, Seite 136) gibt abschlie\u00dfend eine \u00dcbersicht \u00fcber die Entwicklung der Kohlenf\u00f6rderung im Revier . vom 19. zum 20. Jahrhundert:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>im \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 gef\u00f6rderte \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Besch\u00e4ftigte \u00a0 Tonnen pro<\/p>\n<p>Jahr \u00a0\u00a0\u00a0 Tonnen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 im Bergbau \u00a0\u00a0\u00a0 Besch\u00e4ftigten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1819 \u00a0\u00a0 10445 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 206 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 50<\/p>\n<p>1870 \u00a0\u00a0 279000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1720 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 160<\/p>\n<p>1880 \u00a0\u00a0 635000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2727 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 230<\/p>\n<p>1890 \u00a0\u00a0 1509000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4772 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 316<\/p>\n<p>1937 \u00a0\u00a0 3351000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4115 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 815<\/p>\n<p>1955 \u00a0\u00a0 9724000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 8532 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1140<\/p>\n<p>1966\u00a0 17645000 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 12250 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1140<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der F\u00f6rdermenge von 17,6 Millionen Tonnen Kohle im Jahre 1966 stand das Falkenauer Revier nach dem Br\u00fcxer Revier mit 46,5 Millionen Tonnen und dem Ostrauer Revier mit 21,7 Millionen Tonnen an dritter Stelle der Kohlenf\u00f6rderung der CSSR.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anzahl der Schachtanlagen im Falkenauer Braunkohlenrevier vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Anzahl der Schachtanlagen im Falkenauer Braunkohlenrevier (nach: Vedecke informace, Seite 7):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Falkenau: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Tiefbau-Gruben \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 297<\/p>\n<p>Tagebau-Gruben \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a055<\/p>\n<p>Stollen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a011<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesamtzahl der Schachtanlagen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 363<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kohlenf\u00f6rderung im Falkenauer Braunkohlenrevier in den Jahren 1860 bis 1971 (nach: Vedecke informace, Priloha 1., Seite 11):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jahr \u00a0\u00a0\u00a0 Tonnen \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jahr \u00a0\u00a0\u00a0 Tonnen<\/p>\n<p>1860 \u00a0\u00a0 102625 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1920 \u00a0\u00a0 4440504<\/p>\n<p>1870 \u00a0\u00a0 278971 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1930 \u00a0\u00a0 3526495<\/p>\n<p>1880 \u00a0\u00a0 635139 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1940 \u00a0\u00a0 4569831<\/p>\n<p>1890\u00a0 1508826 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1950\u00a0\u00a0\u00a0 5881983<\/p>\n<p>1900\u00a0 2622559 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1960 \u00a0\u00a0 14228121<\/p>\n<p>1910\u00a0 3632187 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1970 \u00a0\u00a0 19514812<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DER KOHLENBERGBAU NACH 1945 im Falkenauer Revier! &nbsp; Der Beginn der zweiten H\u00e4lfte des 20. 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