{"id":50,"date":"2011-04-28T13:58:38","date_gmt":"2011-04-28T13:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=50"},"modified":"2011-04-28T13:58:38","modified_gmt":"2011-04-28T13:58:38","slug":"bergbau-von-1900-1945","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=50","title":{"rendered":"Bergbau von 1900-1945"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>DER KOHLENBERGBAU; VON 1900-1945<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>DIE ZEIT DER BERGBAU- GESELLSCHAFTEN<\/p>\n<p>Schon im vorigen Jahrhundert hatte sich ein Trend zu einer horizontalen Konzentration der Bergbaubetriebe abgezeichnet. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung gr\u00f6\u00dferer Arbeiten, wie zum Beispiel der Egerregulierung, der Errichtung moderner Bergwerksanlagen oder der Bildung gr\u00f6\u00dferer Grubenkomplexe, waren Bankkapital und die finanziellen Mittel von Aktiengesellschaften notwendig.<\/p>\n<p><strong>In <\/strong>der ersten H\u00e4lfte des 20.Jahrhunderts herrschte der Tiefbau noch vor. Doch kommt es zu einer Verschiebung des Anteils der verschiedenen Fl\u00f6ze an der Kohlenf\u00f6rderung. Das Josefifl\u00f6z und das Agnesfl\u00f6z waren schon ziemlich ausgekohlt; au\u00dferdem war der weitere Abbau der Josefikohle aus dem Beckentiefsten wegen Gef\u00e4hrdung der Karlsbader Thermalquellen gesperrt. Dadurch mu\u00dfte man notgedrungen zu einer st\u00e4rkeren F\u00f6rderung der Kohle aus dem obersten Fl\u00f6z, dem Antonifl\u00f6z, \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand auch die Elektrizit\u00e4t Eingang in den Bergbau, zuerst f\u00fcr Beleuchtungszwecke. 1907 wurden in Reichenau, 1909 in Neusattl die ersten Dampfturbinen aufgestellt, um den Bedarf an elektrischem Strom zu decken. Diese beiden Werke entwickelten sich zu \u00dcberlandzentralen. Auch der Kohlenbergbau selbst wurde im Laufe der Zeit elektrifiziert.<\/p>\n<p>Die Gesamtrevierf\u00f6rderung betrug im Jahre 1900 etwa 2,5 Millionen Tonnen im Jahr und stieg bis 1913 auf 4 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich. Sp\u00e4ter zeigten sich in den F\u00f6rderziffern starke Schwankungen infolge der Weltkriege, der Arbeitslosigkeit vor dem Zweiten Weltkrieg und konjunkturbedingten Schwankungen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden viele Bergleute zum Milit\u00e4rdienst eingezogen und die Revierf\u00f6rderung fiel auf 3,5 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich, sp\u00e4ter stieg sie wieder auf 4 Millionen Tonnen und sank mit der Aufl\u00f6sung der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie wieder auf 3,5 Millionen Tonnen. Danach stieg die F\u00f6rderung wieder an und sank in <em>der <\/em>Wirtschaftskrise vor dem Zweiten Weltkrieg auf 3 Millionen Tonnen. Ab 1938 kam es wieder zu einem Anstieg der Produktion, die bis 1944 auf 5,5 Millionen Tonnen kletterte. Die Konzentration des Grubenbesitzes nahm st\u00e4ndig zu. 1895 waren es noch 53 Unternehmen im Revier, 1912 noch 35 und 1945 noch 14 Bergwerksbesitzer. Nachdem Zweiten Weltkrieg, 1950, war nur noch der Staat als Unternehmer \u00fcbriggeblieben. In der Zeit von 1900 bis 1945 war das Falkenauer Revier in seiner Entwicklung gegen\u00fcber dem mitteldeutschen Revier stark zur\u00fcckgeblieben. Die Umstellung auf einen Gro\u00dftagebaubetrieb wie in Mitteldeutschland war in dieser Zeit nicht m\u00f6glich, sie erfolgte erst in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Verarbeitung der Kohle waren von. 1900 bis 1950 f\u00fcnf Brikettfabriken in Betrieb, die t\u00e4glich 1000 Tonnen Briketts erzeugten. Auch die Elektrizit\u00e4tswerke verbrauchten zunehmend mehr Kohle. Es waren die E-Werke in Unterreichenau und Neusattl und als gr\u00f6\u00dftes das E-Werk der chemischen Fabrik (im Volksmund \u00bbChemische\u00ab) in Falkenau. Dieses E-Werk verwendete die minderwertige Staub- und Klarkohle vom \u00bbGeorgschacht\u00ab.<\/p>\n<p>Im Zeitraum von 1900 bis 1945 beherrschten folgende Unternehmen das Revier:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Die \u00bbMontan- und Industrialwerke vormals J. D. Starck AG\u00ab.<\/p>\n<p>2. Die \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahngesellschaft AG\u00ab.<\/p>\n<p>3. Die \u00bbBritannia Kohlenwerke AG\u00ab. 4. Die \u00bbZieditz-Haberspirker Braun- und Glanzkohlengewerkschaft\u00ab .<\/p>\n<p>5. Die \u00bbFalkenauer (Lanzer) Kohlengewerkschaft\u00ab des Chemischen Vereins.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andere Gewerkschaften wie die \u00bbBodener Kohlengewerkschaft AG\u00ab, die \u00bbFalkenau-Egerer Bergbaugesellschaft\u00ab, die \u00bbFischerzeche\u00ab (\u00bbDionys-Laurenzigewerkschaft\u00ab) sowie die \u00bbMathias- und Mariahilfswerke AG\u00ab verschmolzen w\u00e4hrend dieses Zeitraumes mit den \u201eMontan- und Industrialwerken\u201c durch Zusammenfassung des Aktienbesitzes zu einem Konzern. Der Besitz der \u00bbFalkenau-Grassether Kohlengewerkschaft\u00ab wiederum kam mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1940 zu den \u00bbBritannia-Kohlenwerken\u00ab.<\/p>\n<p><em>Die \u00bbMontan- und Industrialwerke vormals. D. Starck AG\u00ab: <\/em>Dieser Betrieb war von Johann David Starck gegr\u00fcndet worden und wurde dann von seinem Sohn Johann Anton Edler von Starck weitergef\u00fchrt. Nach dessen Tod wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die \u00bbMontan- und Industrialwerke vormals J. D. Starck\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts kamen die Bergbaubetriebe in Unterreichenau durch vermehrte zusitzende Grubenw\u00e4sser im \u00dcberschwemmungsgebiet der Eger in gro\u00dfe Schwierigkeiten. Eine notwendige Egerregulierung auf der Strecke Theussau-K\u00f6nigswerth konnte erst 1902 bis 1905 durchgef\u00fchrt werden, nach dem Tod des damaligen Hauptaktion\u00e4rs der Montanwerke, A. Schobloch (gestorben 1900), und nachdem eine andere Finanzgruppe die Werke \u00fcbernommen hatte.<\/p>\n<p>Weitere Schwierigkeiten verursachten \u00dcberschwemmungen der Eger und Wassereinbr\u00fcche in die Sch\u00e4chte. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges legte man deshalb zwischen den Orten Zieditz und Falkenau ein Reservebett der Eger an. Endg\u00fcltig konnte die Hochwassergefahr erst in neuerer Zeit gebannt werden, als man an der Wondreb bei Ga\u00dfnitz und an der Eger oberhalb der Stadt Staubecken f\u00fcr das Gro\u00dfkraftwerk Theussau errichtete.<\/p>\n<p>Im Laufe der Entwicklung verlagerte sich der Schwerpunkt der Bergbaut\u00e4tigkeit iinmer mehr in den Falkenauer Raum. Hier kam es mit der Ausweitung des Aktienbesitzes der Petschek- Gruppe (Prag) zu weiteren Angliederungen von Bergbaugewerkschaften an die \u00bbMontanwerke\u00ab, und es entstand ein Konzern unter einheitlicher Leitung. Im Zeitraum von 1900 bis 1945 waren die &#8222;Montanwerke\u00ab das gr\u00f6\u00dfte Bergbauunternehmen im Revier. Der Verwaltungssitz der Firma, das ehemalige Starcksche Schlo\u00df in Unterreichenau, blieb deshalb auch nach 1945 der Sitz der Leitung f\u00fcr den gesamten Kohlenbergbau.<\/p>\n<p><em>Die \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahn AG\u00ab: <\/em>als Bergbauunternehmung: Im Jahre 1892 wurden die von der &#8222;Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG\u00ab betriebenen Eisenbahnunternehmen vom Staat eingel\u00f6st und die Gesellschaft erwarb daraufhin Gruben und Bergbaubesitz im Br\u00fcxer und Falkenauer Revier. Im Falkenauer Revier kaufte die Gesellschaft 1898 den vom &#8222;Wiener Bankverein\u00ab gemeinsam mit der&#8220; W\u00fcrttembergischen Bankanstalt\u00ab und der &#8222;Dresdner Bank\u00ab erworbenen Grubenbesitz. Die Vorbesitzer dieses Grubenma\u00dfenkomplexes waren: die Herren Moses und Gustav Porges Edle von Portheim, die &#8222;Bergbaugesellschaft Saxonia\u00ab, die &#8222;Bergbau- und Industrie AG Falkonia\u00ab (bis 1873), der &#8222;Wiener Kohlenindustrieverein\u00ab (1873 bis 1889), &#8222;Vlad. Vondracek und Co.\u00ab (1889 bis 1898), der &#8222;Wiener Bankverein\u00ab, die&#8220; W\u00fcrttembergische Bankanstalt\u00ab und die &#8222;Dresdner Bank\u00ab Januar bis Oktober 1898).<\/p>\n<p>Im Jahre 1909 erwarb die &#8222;Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG\u00ab auch den Bergwerksbesitz der Firma &#8222;Springer und Co.\u00ab in Elbogen mit dem &#8222;Helenenschacht\u00ab. Im Karlsbader Gebiet wurde 1914 auch der gesamte Bergwerksbesitz der \u00bbFrisch-Gl\u00fcck-Zeche\u00ab in Sodau (1903 bis 1913 in Betrieb) angekauft. Die \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahn <em>AG\u00ab <\/em>war nach ihrer F\u00f6rdermenge im Zeitraum von 1900 bis 1945 die zweitgr\u00f6\u00dfte Gesellschaft im Revier. Vergleichsweise f\u00f6rderten 1929 die \u00bbMontanwerke\u00ab 730000 Tonnen j\u00e4hrlich, die \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahn AG\u00ab 589000 Tonnen im Jahr.<\/p>\n<p>Nach dem Anschlu\u00df des Sudetengebietes an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde der Besitz der \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahn <em>AG\u00ab <\/em>im Br\u00fcxer Revier in die \u00bbSudetenl\u00e4ndische Bergbau <em>AG\u00ab <\/em>eingegliedert. Die Betriebe im Falkenauer Revier wurden unter der alten Firmenbezeichnung bis Kriegsende weitergef\u00fchrt. Der Sitz der Verwaltung war seit 1916 in Karlsbad im \u00bbHaus Romania\u00ab.<\/p>\n<p><em>Die \u00bbBritannia-Kohlenwerke A<\/em>G\u00ab: Diese Gesellschaft hatte einen umfangreichen Bergbaubesitz im Teplitzer, Br\u00fcxer und Falkenauer Gebiet und geht auf eine englische Gr\u00fcndung und englisches Kapital zur\u00fcck.. Schon im Jahre 1867 hatten die beiden Engl\u00e4nder Sir George Griffith und Mr. Leader durch ihren Schichtmeister Johann Tott Grubenma\u00dfe erworben. 1872 verkauften die Engl\u00e4nder ihre Grubenma\u00dfe an eine aus Belgiern , bestehende Gewerkschaft, die \u00bbsociete anonyme de Charbonnage de Boheme\u00ab. Diese Gesellschaft geriet jedoch bald in Zahlungsschwierigkeiten und Lord Griffith \u00fcbernahm das Grubenfeld I wieder. Im Jahre 1890 wurde dann die \u00bbBritannia Gewerkschaft Falkenau an der Eger\u00ab gegr\u00fcndet. 1892 \u00fcbernahm die \u00bbBritannia\u00ab das \u00bbLaurenzi.Grubenfeld\u00ab, das 1859 an Laurenz Hutschenreuther aus Selb in Bayern verliehen worden war, ferner 1893 das Grubenfeld der alten \u00bbSkt. Margarethenzeche\u00ab im Blinden Graben bei K\u00f6nigswerth, welches ab 1871 Graf Limburg-Styrum in Besitz hatte. Au\u00dferdem erwarb die \u00bbBritannia\u00ab 1896 die \u00bb Wilhelminengrubenma\u00dfe\u00ab von Kurt K\u00e4stner und auch noch andere Teile.<\/p>\n<p>Im Jahre 1929 betrug die F\u00f6rderung der \u00bbBritannia-Kohlenwerke\u00ab 360000 Tonnen j\u00e4hrlich. Ab 1918 geh\u00f6rte auch der Tagebau \u00bbBohemia\u00ab zu der \u00bb Vereinigten Britannia-Kohlenwerke AG\u00ab. Im Jahre 1909 hatten drei Holl\u00e4nder von Berginspektor Ing. Anton Frieser bei der Stadt Falkenau Grubenma\u00dfe erworben und die \u00bb Braun- kohlenbergbaugesellschaft Bohemia\u00ab gegr\u00fcndet. Die F\u00f6rderung begann 1912, im Jahre 1948 war dieser Tagebau ausgekohlt. Die Leitung der \u00bbBritannia Kohlenwerke\u00ab lag seit Bestehen der Gesellschaft in den H\u00e4nden der Familie Seebohm. 1864 hatte Direktor Bernhard Seebohm senior die Leitung der \u00bbBritannia-Werke\u00ab in Mariaschein bei Teplitz \u00fcbernommen. Auf ihn folgte ab 1907 sein Sohn, Bergingenieur Bernhard Seebohm junior. Er fiel 1915 im Ersten Weltkrieg. Daraufhin \u00fcbernahm Bergassessor Kurt Seebohm die Leitung, der seinen Wohnsitz in K\u00f6nigswerth bei Falkenau hatte. Er f\u00fchrte das Unternehmen bis 1945. Kurt Seebohm war der Vater des Bergassessors a. D. Dr.-Ing. Hans Christoph Seebohm, der viele Jahre hindurch Bundesverkehrsminister und Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Bundesrepublik Deutschland war.<\/p>\n<p>Die \u00bbBritannia-Kohlenwerke\u00ab hatten musterg\u00fcltige soziale Einrichtungen ins Leben gerufen. Auf den Werken des Unternehmens arbeiteten schon ganze Bergmannsgenerationen. Bereits 1893 wurden zur Versorgung der Arbeiter mit billigen Lebensmitteln Werkskonsumvereine gegr\u00fcndet, seit 1890 wurden in Falkenau Arbeiterkinderg\u00e4rten unterhaJten; ferner bestanden Handarbeits- und Abendschulen f\u00fcr M\u00e4dchen und es gab Arbeitersparkassen und Werkswohnungen. In der Zeit der Absatzkrise vor dem Zweiten Weltkrieg wurde besondere Vorsorge getroffen, um Entlassungen der Arbeiter zu vermeiden. Durch all diese Ma\u00dfnahmen entwickelte sich auf den Sch\u00e4chten der \u00bbBritannia\u00ab ein besonderes Gemeinschaftsgef\u00fchl der Besch\u00e4ftigten zu ihrem Werk und auch zur Familie Seebohm, die den Betrieb durch 80 Jahre gef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Gro\u00dfteil der Aktien der Gesellschaft, welche den Engl\u00e4ndern geh\u00f6rten, an J. Petschek in Aussig verkauft. Nach dem Anschlu\u00df im Jahre 1938 kam der Besitz der \u00bbBritannia AG\u00ab im Teplitzer und Br\u00fcxer Gebiet an die \u00bbSudetenl\u00e4ndische Bergbau AG\u00ab in Br\u00fcx. Die Werke im Falkenauer Revier wurden unter der Leitung des Generaldirektors Kurt Seebohm bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges selbst\u00e4ndig weitergef\u00fchrt. 1942 wurde der Name &#8222;Britannia-Kohlen- werke\u00ab in \u00bbEgerl\u00e4nder Bergbau AG K\u00f6nigswerth bei Falkenau\u00ab umge\u00e4ndert und gleichzeitig der Nachbarschacht; die &#8222;Friedrich-Anna- Zeche\u00ab in Grasseth (im Volksmund \u00bbGrafenschacht\u00ab), mit in den Besitz der Gesellschaft \u00fcbernommen. Nach der Wiedererrichtung der Tschechoslowakischen Republik im Jahre 1945 wurde am 4. Juli 1945 auch in diesem Unternehmen eine Nationalverwaltung eingef\u00fchrt (Dr.- Ing. Lasek) und die Familie Seebohm mu\u00dfte das Land verlassen. Am 1. Oktober 1945 wurden die Werke in die \u00bbFalkenauer Braunkohlensch\u00e4chte\u00ab (FHD) eingegliedert. 20 Jahre sp\u00e4ter, im Jahre 1965, waren die \u00bbMariensch\u00e4chte\u00ab die einzige Tiefbauanlage im Revier, sonst wurden nur noch Tagebaue betrieben.<\/p>\n<p><em>Die \u00bbZieditz-Haberspirker Braun- und Glanz- kohlengewerksc;haft\u00ab: <\/em>Die &#8222;Zieditz-Haberspirker Gewerkschaft (ZHG)\u00ab, sp\u00e4ter \u00bbZieditz-Haberspirker Braun- und Glanzkohlengewerkschaft\u00ab genannt, nahm seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Stellung im Falkenauer Revier ein. Das Grubenfeld dieser Gewerkschaft erstreckte sich haupts\u00e4chlich zwischen den Orten Zieditz und Haberspirk im Westen des Falkenauer Reviers.<\/p>\n<p>Begr\u00fcnder und Vorl\u00e4ufer der \u00bbZieditz-Haberspirker Gewerkschaft\u00ab war G. Budiner, der seit 1850 Verleihungen auf Grubenma\u00dfen besa\u00df und 1873 die Gewerkschaft gegr\u00fcndet hatte. Der Bergbau und die F\u00f6rderziffer der \u00bbZHG\u00ab ran- gierten im Falkenauer Revier an dritter Stelle, nach den \u00bbMontanwerken J. D. Starck\u00ab und der\u00a0 \u00bbDux-Bodenbacher Eisenbahn AG\u00ab. Das Verwaltungsgeb\u00e4ude der Gesellschaft befand sich neben dem Zieditzer Bahnhof. Bis 1938 hatte die Leitung der Werke Direktor Gold. Nach dem Anschlu\u00df der Sudetengebiete an das Deutsche Reich und der Arisierung des j\u00fcdischen Aktienkapitals wurde die \u00bbZieditz-Haberspirker AG\u00ab an die &#8222;Sudetenl\u00e4ndische Bergbau AG\u00ab in Br\u00fcx angeschlossen und als \u00bbInspektion Falkenau\u00ab selbst\u00e4ndig verwaltet. Nach 1945 wurde sie dem Nationalunternehmen \u00bbFalkenauer Kohlenbergbau\u00ab eingegliedert.<\/p>\n<p><em>Die \u00bbFalkenauer Bergbau AG\u00ab -\u00bbGeargschacht\u00ab der \u00bbChemischen Werke Aussig-Falkenau\u00ab: <\/em>Das Grubenfeld der \u00bbFalkenauer Bergbau AG\u00ab lag n\u00f6rdlich der Stadt Falkenau bei Lanz und war vor 1870 von Aron Reichl erschlossen worden, welcher diesen als \u00bbJudenwerk\u00ab bezeichneten Bergbau bis 1886 betrieb. Dann wurden diese Grubenfelder von Ferdinand K\u00e4stner aus Sachsen erworben, der sie mit seinen \u00fcbrigen Grubenma\u00dfen vereinigte und bis 1892 als \u00bbK\u00e4stnerzeche\u00ab betrieb. Im Jahre 1916 wurden die Grubenfelder von der \u00bbFalkenauer Kohlenbergbau AG\u00ab aufgekauft und 1918 der Bergbau wieder er\u00f6ffnet. Daraus entwickelte sich dann 1918 der &#8222;,Georgschacht\u00ab, ein modernes Braunkohlenwerk. Der \u00bbGeorgschacht\u00ab war die einzige Anlage, die in der Mitte der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts errichtet worden war.<\/p>\n<p>Das Grubenfeld des \u00bbGeorgschachtes\u00ab und des benachbarten Britannia-Grubenfeldes der \u00bbMariensch\u00e4chte\u00ab in einer Gesamtausdehnung von f\u00fcnf Kilometer L\u00e4nge und drei Kilometer Breite, mit einem Vorrat von 400 Millionen Tonnen Kohle, wurde mit dem Beginn der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Gro\u00dftagebau &#8222;Georg\u201c vorgesehen. Der alte \u00bbGeorgschacht\u00ab wurde jedoch erst 1967 stillgelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DER KOHLENBERGBAU; VON 1900-1945 &nbsp; DIE ZEIT DER BERGBAU- GESELLSCHAFTEN Schon im vorigen Jahrhundert hatte sich ein Trend zu einer horizontalen Konzentration der Bergbaubetriebe abgezeichnet. 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