{"id":47,"date":"2011-04-28T13:55:09","date_gmt":"2011-04-28T13:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=47"},"modified":"2011-04-28T13:55:09","modified_gmt":"2011-04-28T13:55:09","slug":"kohlebergbau-1850-1900","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=47","title":{"rendered":"Kohlebergbau 1850-1900"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p>DIE ENTWICKLUNG DES KOHLENBERGBAUES IN DER <em>ZEIT VON 1850-1900 <\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab 1850 ist im Revier eine Zunahme von Sch\u00fcrf- und Haspelbetrieben zu verzeichnen. F\u00fcr den weiteren Aufschwung des Kohlenbergbaues sind jedoch vor allem zwei neue Faktoren verantwortlich: der Bau der Eisenbahn (Inbetriebnahme 1870) und die Verwendung der Dampfkraft auch zur Kohlenf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Im Jahre 1851 wurde die \u00f6sterreichische Staatsbahn von Wien nach Prag und weiter bis Bodenbach gef\u00fchrt. Anfangs wurden die Lokomotiven noch mit Holz geheizt, die Verwendung der Braunkohlenfeuerung konnte sich nur z\u00f6gernd durchsetzen. Das Falkenauer Revier wurde durch die Eisenbahn erst 1870 erschlossen, als die Bahnlinien Karlsbad-Eger und Prag-Komotau-Eger in Betrieb genommen wurden. Die Einbeziehung des Reviers in das Eisenbahnnetz erschlo\u00df gr\u00f6\u00dfere Absatzgebiete und machte sich in zahlreichen neuen Verleihungen auf Braun- kohle bemerkbar.<\/p>\n<p>Ab 1865 wurden einzelne Dampfhaspeln bei der F\u00f6rderung eingesetzt. Die F\u00f6rdermenge betrug im ganzen Revier 100000 Tonnen und steigt nun st\u00e4ndig an, man kann deshalb das Jahr 1860 als Ausgangspunkt f\u00fcr die Entwicklung einer Kohlenindustrie betrachten.<\/p>\n<p>Durch die Einbeziehung des Reviers von Falkenau bis Karlsbad in das Eisenbahnnetz kommt es auf der Basis der Kohle zu einer Industrialisierung dieses Raumes und die Kohle erlangt nun als billiges Brennmaterial, zur Feuerung und als Energietr\u00e4ger eine grundlegende Bedeutung.<\/p>\n<p>Der weitere Entwicklungsproze\u00df im Kohlenbergbau kann durch die nachstehenden Punkte charakterisiert werden:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Die      Jahresf\u00f6rderung im Revier steigt von 100000 Tonnen im Jahre 1860 dauernd      an und erreicht 1960<\/li>\n<\/ol>\n<p>15 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Die      urspr\u00fcnglich ganz kleinen Grubenfelder werden durch Kauf und      Fusionierungen zu immer gr\u00f6\u00dferen<\/li>\n<\/ol>\n<p>Komplexen zusammengeschlossen, dadurch entstehen immer gr\u00f6\u00dfere und lei- stungsf\u00e4higere Betriebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Die      Gewinnung der Kohle bewegt sich von den seichten Lagen und Randgebieten      der Kohlenfl\u00f6ze<\/li>\n<\/ol>\n<p>fortschreitend zu tieferen Lagen hin, die Kohlengewinung von der \u00e4lteren wertvollsten Glanzkohle aus<\/p>\n<p>dem Josefi- und Agnesfl\u00f6z zum m\u00e4chtigeren Antonifl\u00f6z mit der j\u00fcngeren, stark wasserhaltigen Kohle;<\/p>\n<p>der Heizwert der geforderten Kohle geht von etwa 6000 WE bis auf ~ 3000 WE, bei steigender<\/p>\n<p>Verwendungsm\u00f6glichkeit der Kohle, zur\u00fcck. Dies bedeutet zuerst den Abbau der unteren hochwertigen<\/p>\n<p>Kohle im Tiefbaubetrieb und erst sp\u00e4ter den \u00dcbergang zum Abbau der oberen, schlechteren Kohle in<\/p>\n<p>gro\u00dfen Tagebauen.<\/p>\n<ol>\n<li>Das      Ausbringen der Kohle steigerte sich von kaum 20 Prozent zu Beginn des      vorigen Jahrhunderts auf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 nahezu      100 Prozent beim modernen Tagebau der heutigen Zeit. Mit der st\u00e4ndig      steigenden F\u00f6rdermenge\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0      steigt auch das Fassungsverm\u00f6gen der F\u00f6rdergef\u00e4\u00dfe von urspr\u00fcnglich      100 Kilogramm auf eine Tonne im\u00a0      Tiefbau und weiter bis auf 50 Tonnen pro Wagen im heutigen Tagebau.<\/li>\n<li>Die      Zahl der Besch\u00e4ftigten steigt mit dem Anwachsen der F\u00f6rderung zuerst      st\u00e4rker an, sp\u00e4ter nimmt sie\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 wegen der steigenden      maschinellen F\u00f6rderung weniger zu. Die F\u00f6rderleistung pro Mann und Schicht      steigert\u00a0 sich im Tiefbau von einer      Tonne bis auf f\u00fcnf Tonnen und im Tagebau auf zehn Tonnen pro Mann und      Schicht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kehren wir in die zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcck und verfolgen wir die weitere Entwicklung: Beim Bau des Erbstollens in Unterreichenau war das obere Fl\u00f6z ( = Antonifl\u00f6z) entdeckt worden. Um 1850 begann man mit dem Tagebau beim heutigen Unterreichenauer Elektrizit\u00e4tswerk. Sp\u00e4ter wurde auch westlich der Staatsstra\u00dfe das Antonifl\u00f6z abgebaut. F\u00fcr die Verwendung der Agneskohle baute man 1853 eine Glash\u00fctte in Unterreichenau. Die erste maschinelle Schachtf\u00f6rderung wurde 1866 in Reichenau eingerichtet. Als 1870 die Eisenbahnlinie fertiggestellt war , lie\u00df Starck sogleich vom Zieditzer Bahnhof nach Reichenau eine zwei Kilometer lange Fl\u00fcgelbahn bauen. Dadurch stieg in den Starckschen Betrieben die F\u00f6rdermenge von 37082 Tonnen im Jahre 1871 auf 116176 Tonnen im Jahre 1875. 1876 verlegte man den Sitz der Verwaltung der Starckschen Betriebe von Altsattl nach Reichenau. 1885 wurde nach dem Tod Johann Antons von Starck (1883) eine Aktiengesellschaft gegr\u00fcndet, die \u00bbMontan- und Industrialwerke vormals Johann David Starck\u00ab. ImJahre 1873, nach dem Bahnbau, wurden die chemischen Betriebe der Firma Johann David Starck in Davidsthal bei Zwodau eingestellt.<\/p>\n<p>1872 wurde von Falkenau eine 2,3 Kilometer lange Fl\u00fcgelbahn zu den Kohlengruben bei Davidsthal erstellt, die bis dahin fast nur den Eigenbedarf der dortigen Starckschen Betriebe gedeckt hatten. Im Jahre 1885 begann man am Haselbacher Berg mit der Errichtung der sogenannten \u00bbHaselbacher Anlage\u00ab; der Haselbacher Berg wurde dann 1960 abgebaggert.<\/p>\n<p>Neben der \u00e4ltesten und gr\u00f6\u00dften Firma im Revier, n\u00e4mlich \u00bbJohann David Starck\u00ab, trieben in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts auch andere Firmen Bergbau. Von diesen sind zu nennen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Die \u00bbRadlersche Bergbaugesellschah\u00ab in Unterreichenau: begr\u00fcndet von Josef Radler, Bauer aus Unterreichenau, der schon 1820 Grubenma-\u00dfe erworben hatte. Um 1910 wurde der gesamte Radlersche Besitz von den \u00bbMontan- und Industrialwerken Johann David Starck\u00ab (kurz \u00bbMontan\u00ab genannt) aufgekauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die \u00bbKernsche Gewerkschaft\u00ab in Unterreichenau: dieser Grubenbesitz kam sp\u00e4ter ebenflls zur \u00bbMontan\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3. Das \u00bbFriedl-Werk\u00ab und die Bergbaue des Josef Friedl in Unterreichenau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4. Die \u00bbFischer-Zeche\u00ab bei Zieditz: 1865 von dem Bauern und M\u00fchlenbesitzer Ferdinand Fischer aus Zieditz erschlossen. 1875 wurde dieser Grubenbesitz an Karl Wilhelm Weinkauff verkauft. Bis 1929 lief der Betrieb unter dem Namen \u00bbFischerzechen Glanzkohlen.Gewerkschaft\u00ab, danach wurde dieser Besitz der \u00bbMontan\u00ab eingeglie- dert.<\/p>\n<p>5. G. Budiner, Bergwerksbesitzer der \u00bbJacobi- Vinzenzi-Gewerkschaft\u00ab in Zieditz: Budiners Bergbaubesitz ging sp\u00e4ter in die \u00bbZieditz-Haberspirker Braun- und Glanzkohlengewerkschaft\u00ab \u00fcber. Sie geh\u00f6rte zu den gr\u00f6\u00dferen Ge- werkschaften, die in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts das Falkenauer Revier beherrschten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>6. Die \u00bbBodener Kohlengewerkschaft\u00ab in Boden: Der zerstreute Grubenbesitz zwischen Haberspirk und Boden war 1858 bzw. 1860 von der Familie Fikentscher zusammengefa\u00dft worden. 1869 bildete sich daraus die \u00bbBodener Kohlengewerkschaft\u00ab. 1872 wurde dann dieser Besitz von der Anglo-\u00d6sterreichischen Bank \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>7. Das Mineralwerk \u00bbProkopi\u00ab in Kahr: 1832 durch Jakob Gebler errichtet. Das Werk wurde 1840 von J.osef Hochberger gekauft und kam 1872 an die Anglo-\u00d6sterreichische Bank und 1877 an die Firma Starck. .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>8. Das Mineralwerk \u00bbApollinare\u00ab in Boden: 1847 erhielt Christoph Kraus die Konzession zum Betrieb dieses Mineralwerkes, es kam 1877 ebenfalls in den Besitz der Firma Starck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>9. Das Mineralwerk \u00bbPeter und Paul\u00ab in Haberspirk: es wurde 1827 bzw. 1830 von der \u00bbGossengr\u00fcner Gewerkschaft\u00ab errichtet, 1840 wurde es von der Firma Starck \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>10. Das \u00bbPeterwerk\u00ab in Zwodau: Dieser Tief- und Tagebau entstand aus den Grubenma\u00dfen, die 1842 Mathes Peter von der Veitm\u00fchle in Zwodau erworben hatte. Im Jahre 1900 wurde dieser Grubenbesitz von der \u00bbReichenauer Kohlengewerkschaft\u00ab aufgekauft, 1920 dann von der \u00bbMariahilf- und Mathias-Kohlenwerksaktiengesellschaft\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>11. Das &#8222;Judenwerk\u00ab in Lanz: 1870 von Aron Reichl aus Falkenau erschlossen. Aus diesem Be- trieb entwickelte sich die &#8222;K\u00e4stnerzeche\u201c und sp\u00e4ter der &#8222;Georgschacht\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>12. Die &#8222;Laurenzizeche\u201c bei K\u00f6nigswerth: Gegr\u00fcndet von Laurenz Hutschenreuther aus Selb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab 1871 wurde die dort gef\u00f6rderte Kohle in die Porzellanfabrik nach Selb transportiert. 1891 gingen diese Grubenma\u00dfe in den gro\u00dfen Grubenkomplex der &#8222;Britannia-Kohlenwerke\u00ab \u00fcber. Der Schwerpunkt des Kohlenbergbaues im \u00f6stlichen Revier lag im Elbogener Raum, haupts\u00e4chlich bei Gr\u00fcnlas, Neusatt!, Granesau, Cho- dau, M\u00fcnchhof. Der Abbau der Kohle zielte in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts vor allem auf die hochwertigere \u00e4ltere Kohle. Im Falkenauer Gebiet war dies die gasreiche Agneskohle aus dem Agnesfl\u00f6z, im Elbogener Gebiet war es die Kohle des Josefifl\u00f6zes. Die j\u00fcngere Kohle des Antonifl\u00f6zes wurde kaum gewonnen. Im Falkenauer Gebiet waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts von 68 Untersuchungen auf Braunkohle 24 in Betrieb, die mit 3182 Arbeitern 1172000 Tonnen Braunkohle f\u00f6rderten. Die &#8222;Montan- und Industrialwerke vormals Johann David Starck\u201c f\u00f6rderten allein 360000 Tonnen pro Jahr.<\/p>\n<p>Im Elbogener Gebiet waren insgesami 40 Bergbaue in Betrieb, die mit 712 Arbeitern etwa 36000 Tonnen Kohle f\u00f6rderten.. 1888 waren es nur noch 24 Unternehmen, sie f\u00f6rderten mit 316 Arbeitern j\u00e4hrlich 436000 Tonnen. Insgesamt war im Revier eine Steigerung der Kohlenf\u00f6rderung von 100000 Tonnen im Jahre 1860 auf 2,5 Millionen Tonnen am Ende des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Die fortschreitende Industrialisierung war mit einer starken Bev\u00f6lkerungszunahme verbunden. B\u00f6hmen hatte 1850 4,4 Millionen Bewohner, im Jahre 1900 waren es schon 6,3 Millionen; die Bev\u00f6lkerungsdichte betrug im Falkenauer Gebiet 192 Einwohner\/Quadratkilometer. Durch die industrielle Entwicklung entstanden auch gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen in der Bev\u00f6lkerungsstruktur. Die Schicht der Industriearbeiter bildete sich heraus. Es kam zu Streiks und Demonstrationen im Revier. 1889 brach ein Streik in Belgien aus, und auch im Falkenauer Gebiet streikten 4000 Bergleute. Am 3. Mai 1894 wurden bei einem Streik in Zieditz drei Bergleute erschossen. Auch im Jahre 1900 kam es zu einem gro\u00dfen Streik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ende des 19.Jahrhunderts stellten die Mineralwerke ihren Berieb ein, nachdem die chemische &#8218;Industrie bessere Produktionsverfahren entwickelt hate. Bis 1852 hatte die Bergbeh\u00f6rde f\u00fcr das Revier ihren Sitz in St. Joachimsthal. Die Verleihungen erfolgten nach der Joachimsthaler Bergordnung des Grafen Schlick, die 1548 von Kaiser Ferdinand den I. als kaiserliche Bergordnung verk\u00fcndet wordeen war. Danach wurden dem Finder bei Fl\u00f6zen eine Fundgrube, ein geviertes Feld von 42&#215;14, das hei\u00dft 588 Quadratlachter, und das Anhangma\u00df verliehen. Ab 1790 wurden die Bestimmungen \u00f6fters abge\u00e4ndert, und am 23.Mai 1854 erschjen das Allgemeine \u00d6sterreichische Berggesetz das 1918 auch von der 1. Tschechoslowakischen Republik \u00fcbernommen wurde. F\u00fcr den Elbogener Kreis wurde 1850 in Schlaggenwald einBergkommissariat eingerichtet, es wurde 1859 wieder aufgehoben, als man mit der Neuorganisation 1859 in Elbogen eine Berghauptmannschaft f\u00fcr den Elbogener und Egerer Kreis einrichtete. 1871 erfolgte wieder eine \u00c4ndrerung, es entstanden ab 1871 ein Revierbergamt in Elbogen, ein Revierbergamt in Falkenau, die der\u00a0 Berghauptmannschaft in Prag unterstellt waren. 1919 nach dem Zerfall der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie, wurden beide Revierberg\u00e4mter zu einem Revierbergamt in Karlsbad zusammengefa\u00dft.<\/p>\n<p>Das \u201eAllgemeine Berggesetz&#8220; von 1854 hatte eine freie Entfaltung des Unternehmertums erm\u00f6glicht, die Menge der gef\u00f6rderten Kohle und Besch\u00e4ftigten nahm mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts einsetzte, zu. Mit dem Eisenbahnbau wurden f\u00fcr die Kohle neue Absatzm\u00e4rkte in Bayern und Th\u00fcringe erschlossen. Die Unterreichenauer Gaskohle aus dem Agnesfl\u00f6z wurde sogar bis nach Belgien, Frankeich und Italien verkauft.<\/p>\n<p>Die Hauptkonkurrenz f\u00fcr die gro\u00dfen Starckschen Unternehmen war in den Jahren 1860 bis 1870 der \u201eWiener Kohlenindustrie-Verein&#8220;. Als n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere ;Gesellschaft folgte die \u00bbElbogener Kohlenindustrie-Gewerkschaft &#8220; , fr\u00fcher Springer und Oppenheimer, mit ihren Betrieben in Neusattl. Dann erst kam die alte \u00bbRadlersche Bergbaugesellschaft&#8220; in Unterreichenau, ferner \u201ePeters Erben&#8220; mit Betrieben bei Zwodau und Lautebach. Die \u00bbZieditz-Haberspirker Gewerkschaft\u00ab hatte sich aus Budiners Bergbaubetrieben entwickelt.<\/p>\n<p>Die Jahresf\u00f6rderung stieg von 279000 Tonnen im Jahre 1870 auf 1882000 Tonnen im Jahre 1895.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte unter dem Einflu\u00df des Bankkapitals eine Konzentration des Bergbaubesitzes zu gr\u00f6\u00dferen Aktien- und Bergbaugesellschaften ein. Diese bestimmten dann mit ihren ausgedehnteren Schachtanlagen das Bild des Bergbaues in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. In der \u00f6stlichen H\u00e4lfte des Reviers entwickelte sich in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts ebenfalls ein reger Bergbaubetrieb. Im Hintergrund standen die schon damals bl\u00fchenden Porzellanindustrien in Elbogen, Chodau, Altrohlau, Fischern, Dallwitz usw. Die wichtigsten Betriebe bzw. Zechen in der \u00f6stlichen Revierh\u00e4lfte waren:<\/p>\n<ol>\n<li>Die      \u00bbAlte Katharinenzeche\u00ab in Gr\u00fcnlas: Diese Zeche wurde von Moritz      D\u00fcnkelsb\u00fchler begr\u00fcndet.<\/li>\n<li>Die      \u00bbAlte Annazeche\u00ab ( = \u00bbBauernwerk\u00ab) in Gr\u00fcnlas.<\/li>\n<li>Die      \u00bbCaroli- und Eugenie- Vizenzizeche\u00ab in Neusattl.<\/li>\n<li>Der      \u00bbHermannschacht\u00ab in Granesau: Er geh\u00f6rte zur Elbogener Porzellanfabrik,      die 1871 aus dem Besitz Haidingers in den Besitz von Springer und      Oppenheimer bzw. Springer &amp; Co. \u00fcberging.<\/li>\n<li>Der      \u00bbHelenenschacht\u00ab in Neusattl.<\/li>\n<li>Der      \u00bbUnion-I-Schacht\u00ab des \u00bbKohlenindu- strievereins\u00ab in Neusattl.<\/li>\n<li>Die      \u00bb Vinzenzizeche\u00ab der Firma Starck in Granesau (\u00bbStarckenwerk\u00ab): Dieser      Schacht ge- h\u00f6rte zu den bedeutenderen Betrieben.<\/li>\n<li>Die      \u00bbProkopizeche\u00ab in Neusattl: Sie geh\u00f6rte Karl Radler bzw. der      \u00bbMariengewerkschaft\u00ab.<\/li>\n<li>Die      \u00bbJohannizeche\u00ab in Wintersgr\u00fcn: Sie geh\u00f6rte G\u00f6ldner und Reichelt und wurde      1871 in Betrieb genommen.<\/li>\n<li>Die      \u00bbAlte Dreifaltigkeitszeche\u00ab in Littmitz.<\/li>\n<li>Die      \u00bbJohann-Sebastian-Zeche\u00ab bei Chodau ( = \u00bbReverterazeche\u00ab oder      \u00bbFriedrich-Schacht\u00ab, im Volksmund \u00bbFalkoni\u00ab genannt): Sie wurde von Johann      Schlosser aus Platten erschlossen und ging sp\u00e4ter in den Besitz des Porges      Edlen von Portheim \u00fcber, der 1842 die Chodauer Porzellanfabrik erworben      hatte. Sp\u00e4ter kam diese Zeche an die Bergbaugesellschaft \u00bbFalkonia\u00ab, 1873      an den \u00bb Wiener Kohlenindustrieverein\u00ab.<\/li>\n<li>Die      \u00bbAnton-de-Padua-Zeche\u00ab ( = \u00bbAntoni- Schacht\u00ab) der Firma Starck bei      M\u00fcnchhof.<\/li>\n<li>Die      \u00bbNorberti-Gewerkschaft\u00ab in M\u00fcnchhof: 1857 entstanden durch die Kinder von      Michl Stief1, der 1832 die ersten Sch\u00fcrfungen durchf\u00fchrte; 1883 wurden      s\u00e4mtliche Kuxen dieser Gewerkschaft von der Firma \u00bbJohann David Starck\u00ab      aufgekauft.<\/li>\n<li> Der \u00bbRichardschacht\u00ab bei Chodau: Er      entstand aus der 1886 geteufteri \u00bbjosefizeche\u00ab, die 1894 von der \u00bbMontan\u00ab      gekauft wurde.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>15. Der &#8222;Carolischacht\u00ab bei Chodau, Richtung Poschetzau: 1852 bis 1858 lie\u00df sich Heinrich Freiherr von Kleist<\/p>\n<p>Grubenma\u00dfe verleihen. 1892 wurde dann mit der Abteufung des \u00bbCarolischachtes\u00ab begonnen.<\/p>\n<p>In der Mulde von Janessen- Taschwitz, in Richtung gegen Karlsbad, war das Josefifl\u00f6z sehr gest\u00f6rt gelagert.<\/p>\n<p>In der Ottowitzer Mulde findet sich nur die j\u00fcngere Antonikohle, die nur einen lokalen Absatz hatte.<\/p>\n<p>Deshalb\u00a0 konnten sich hier nur kleine Kohlenzechen ohne Bahnanschlu\u00df entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Die      \u00bbAndreas-Antoni-Zeche\u00ab bei Taschwitz: Sie geh\u00f6rte der      \u00bbAndreas-Antoni-Gewerkschaft\u00ab und war<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mitte der 1870er Jahre durch eine Seilbahn mit der Porzellanfabrik in Aich verbunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>17. Die \u00bb Wilhelminenzeche\u00ab bei Ro\u00dfnitz und Schankau: Sie wurde seit 1850 betrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>18. Die \u00bbWenzelzeche\u00ab bei Ro\u00dfnitz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>19. Die \u00bbEllazeche\u00ab bei Ro\u00dfnitz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>20. Die \u00bbKatharinazeche\u00ab bei Schankau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>21. Die \u00bbDreik\u00f6nigszeche\u00ab des E. Mader bei Ottowitz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>22. Die \u00bbJohannizeche\u00ab des E. Gottl bei Ottowitz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>23. Der \u00bbJosefischacht\u00ab beim Dallwitzer Bahnhof: Er f\u00f6rderte ab 1889.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>24. Die \u00bbHeinrich-jakobi-Zeche\u00ab der Dallwit- zer Porzellanfabrik bei Dallwitz: in Betrieb seit 1859.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>25. Die \u00bbGl\u00fcckaufzeche\u00ab bei Hohendorf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>26. Der \u00bbAnnaschacht\u00ab bei Dallwitz.<\/p>\n<p>Zu den aufgef\u00fchrten Gruben kamen noch weitere Kleinzechen, vor allem im Karlsbader Gebiet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; DIE ENTWICKLUNG DES KOHLENBERGBAUES IN DER ZEIT VON 1850-1900 &nbsp; Ab 1850 ist im Revier eine Zunahme von Sch\u00fcrf- und Haspelbetrieben zu verzeichnen. F\u00fcr den weiteren Aufschwung des Kohlenbergbaues sind jedoch vor allem zwei neue Faktoren verantwortlich: der Bau &hellip; <a href=\"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=47\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-47","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47\/revisions\/48"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}