{"id":24,"date":"2011-04-27T14:52:24","date_gmt":"2011-04-27T14:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=24"},"modified":"2011-04-27T14:53:56","modified_gmt":"2011-04-27T14:53:56","slug":"bergarbeiterheim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=24","title":{"rendered":"Bergarbeiterheim"},"content":{"rendered":"<div>\n<h1>DAS BERGARBEITERHEIM IN FALKENAU<\/h1>\n<\/div>\n<p>Eines der markantesten Geb\u00e4ude der Stadt Falkenau ist neben der Stadtpfarrkirche, dem Kloster und dem Schlo\u00df das Bergarbeiterheim, das heute den Mittelpunkt eines neuen Stadtzentrums von Falkenau bildet.<\/p>\n<p>\u00dcber die Errichtung und die Funktion dieses Bauwerkes berichtete F. Katz (1950):<\/p>\n<p>\u00bbDer Erbauung des Falkenauer Bergarbeiterheims, das nach einer zweij\u00e4hrigen Bauzeit im Oktober 1925 vollendet wurde und sich heuer zum 25. Male j\u00e4hrte, ging eine heftige Auseinandersetzung voraus. Die Gelder zur Erbauung wurden von dem sogenannten Kohlenfonds beansprucht, der w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges zur Beschaffung zus\u00e4tzlicher Lebensmittel f\u00fcr die Bergarbeiter errichtet worden war. Es wurden daf\u00fcr je gef\u00f6rderter Tonne Kohle ein Betrag von 20 Heller eingehoben. Da Lebensmittel w\u00e4hrend der Kriegszeit nicht im gen\u00fcgenden Ausma\u00df erh\u00e4ltlich waren, sammelten sich im Kohlenfonds gro\u00dfe finanzielle \u00dcbersch\u00fcsse an, die nach Beendigung des Krieges und nach der Errichtung der C SR von der tschechischen Regierung \u00fcbernommen und vom Arbeitsministe- rium verwaltet wurden. Um die Verwendung dieser Gelder ging nun der Streit. Zun\u00e4chst wollte das Arbeitsministerium allein dar\u00fcber disponieren. Die Vertreter der Bergarbeiterorganisationen setzten es aber durch, da\u00df sie das Mitbestimmungsrecht erhielten. Es ist das unverg\u00e4ngliche Verdienst des verstorbenen Bergarbeiter- Abgeordneten Adolf Pohl gewesen, der durch seine Entschlossenheit nicht nur die Gelder f\u00fcr den Bau des Bergarbeiterheims fl\u00fcssig machte.<\/p>\n<p>Nun ging es ans Planen undBauen. Der seinerzeit in Karlsbad ans\u00e4ssige Architekt Ing.Wels arbeitete den Entwurf aus, und wieder war es der Abgeordnete Pohl, der die Bedingung stellte, da\u00df die Arbeiten nur von deutschen Menschen auszuf\u00fchren sind. Dies gelang auch, trotzdem die Tschechen ihre Anspr\u00fcche stellten.<\/p>\n<p>So entstand eines der sch\u00f6nsten Baudenkm\u00e4ler in Westb\u00f6hmen, das von sudetendeutschen K\u00fcnstlern, Arbeitern und Handwerkern geschaffen wurde. Neben dem genialen Architekten Ing. Wels arbeitete der Bildhauer Ing. Srb- Schlo\u00dfbauer, Karlsbad, der den herrlichen Fries an der Frontseite des Hauses, das Tagesleben eines Bergarbeiters versinnbildlichend, schuf. Die gro\u00dfen Gem\u00e4lde beim Saalaufgang und im Saale selbst stammen von dem akademischen Maler Adler aus Karlsbad. Die Beleuchtungsanlage f\u00fchrte Ing. Wildfeuer aus; die Tischlereiarbeiten die Firma Ubl, Bleistadt. Die kunstvolle B\u00fchneneinrichtung mit Schn\u00fcrboden stellten die Gebr\u00fcder Tschinkl, Bodenbach, und die Malerarbeiten wurden von M\u00fcldner, Falkenau, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Neben einer eindrucksvollen Vorhalle hat das Haus einen pr\u00e4chtigen gro\u00dfen Saal mit zwei kleinen Nebens\u00e4len, ein ger\u00e4umiges Bibliothek- und Lesezimmer, ein gro\u00dfes Kino, eine Restauration, ein Cafe und ein Volksbad mit Dampf-, Wannen- und Brauseb\u00e4dern. Au\u00dferdem sind viele Kanzleir\u00e4ume und Wohnungen vorhanden. Die sch\u00f6ne Gartenanlage rings um das Haus gibt dem Ganzen einen gut wirkenden Rahmen.<\/p>\n<p>Die Zweckbestimmung des Hauses brachte Abgeordneter Pohl bei seiner Er\u00f6ffnungsrede zum Ausdruck: Es soll eine geistige Waffenschmiede f\u00fcr die Arbeiter werden, eine Kultur- und Unterhaltungsst\u00e4tte und ein Sammelpunkt der Bergarbeiter der westb\u00f6hmischen Braunkohlenmetropole. Diese Bestimmungen wurden auch bis zum Jahre 1938 eingehalten, und wir erinnern uns gerne und freudig an die gro\u00dfen Kundgebungen und an die vielen \u00dcberparteilichen k\u00fcnstlerischen Veranstaltungen, an denen wir uns erbauen konnten. Vom Jahre 1938 an bis heute ist die freiheitliche T\u00e4tigkeit durch die totalit\u00e4ren M\u00e4chte aus diesem Haus verbannt worden. Heute sind die sudetendeutschen Bergarbeiter, denen die Erbauung dieses Hauses zu verdanken ist, soweit sie nicht vertrieben wurden, Parias einer Schicht von Menschen, die Kultur und Menschlichkeit sch\u00e4nden.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bergarbeiterheim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25\" title=\"Bergarbeiterheim\" src=\"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bergarbeiterheim-300x174.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"269\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0\u00a0 \u201eAus dem Egerland Falkenau Stadt und Land\u201c von Hugo Theisinger und Josef Fritsch 1983<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DAS BERGARBEITERHEIM IN FALKENAU Eines der markantesten Geb\u00e4ude der Stadt Falkenau ist neben der Stadtpfarrkirche, dem Kloster und dem Schlo\u00df das Bergarbeiterheim, das heute den Mittelpunkt eines neuen Stadtzentrums von Falkenau bildet. \u00dcber die Errichtung und die Funktion dieses Bauwerkes &hellip; <a href=\"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/?p=24\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-24","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24\/revisions\/29"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.falkenauer-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}